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13.06.2005
 
Interview mit dem Doppelweltmeister aus Bochum Erdal Aylanc
> Erdal Aylanc

Erdal Aylanc

Z: Hallo Erdal! Du kommst gerade vom Bundeskadertraining (DTU-Lehrgang in Hennef, Mai 2005). War es anstrengend?
E: Na ja, bei diesem Wetter ist es besonders anstrengend. Aber man kommt schon durch.

Z: Was für eine Art von Training hat heute stattgefunden?
E: Heute hatten wir spezielles Aufgabentraining – Konter- und Angriffstechniken. Ich denke, dass morgen dann mehr Sparring trainiert wird.

Z: Wie verläuft das Sparringtraining bei euch – eher locker oder sehr hart?
E: Eigentlich ist es bei jedem individuell, aber bei mir ist es so, dass ich immer knallhart fighte. Ich finde, dass es auch im Training so sein muss – denn nur so lernt man dazu. Später auf der Kampffläche muss man dann auch knallhart sein.

Z: Dieses Kadertraining – ist es das ultimative Training für dich?
E: Ja, aber es ist nicht das einzige Training. Die meiste Zeit trainiert man zu Hause und dort muss man auch richtig trainieren, auch mit unterschiedlichen Partnern.

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Erdal gegen Mohamed Azhamriue beim
Landesleistungsstützpunkt Training im OTC Bonn

Z: Bei einem Lehrgang wie jetzt wird aber am intensivsten trainiert, oder?
E: Jetzt ist es nur ein Wochenendlehrgang. Es gibt aber Trainingslager, die eine ganze Woche dauern. Dort wird wirklich intensiv trainiert und es nutzt auch viel mehr. Denn ein Wochenende ist schon ein bisschen zu kurz. Die anderen Nationalmannschaften haben beispielsweise Trainingcamps über ein oder zwei Monate. Und dort wird mehrmals täglich trainiert. Die Sportler bekommen dabei auch eine finanzielle Unterstützung während dieser Zeit. Bei uns ist es eben das Problem, dass wir Studium, Schule, Arbeit und das Training unter einen Hut bringen müssen. Und so eine Woche ist in erster Linie für uns selbst nützlich.

Z: Ist es so, dass man beim Bundeskadertraining stärkere Sparringspartner als sonst hat?
E: Ja, das auf jeden Fall. Aber man sollte auch mit anderen Nationalmannschaften trainieren, so dass man nicht nur innerhalb Deutschland bleibt. Dann hat man noch mehr Sparringspartner.

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Vorbereitung auf die WM 2005:
Erdal (links) vs. Mohamed Azhamriue (rechts)

Z: Wenn Du nicht mit der Nationalmannschaft unterwegs bist, trainierst Du bei deinem Heimatverein „Tornado Velbert“?
E: Ja, richtig. Ich habe dort mit 6 Jahren angefangen und bin immer noch da geblieben. Mein Trainer dort ist Cafer Naroglu.

Z: Wie bist Du zum Taekwondo gekommen?
E: In der Kindheit bin ich hyperaktiv gewesen und die Eltern hatten mit mir große Schwierigkeiten zu Hause. Aus der Not heraus haben sie mich dann zum Taekwondo, zum Tornado Velbert geschickt – da bin ich bis jetzt geblieben. Mit der Zeit kam dann die Disziplin und die Verantwortung. Ich war dann auch nicht mehr so hyperaktiv zu Hause, da ich mich beim Training austoben konnte.

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WM 2003: Erdal bezwingt Zypern

Z: Du kämpfst ziemlich extrovertiert – Du machst viele Täuschmanöver, Armbewegungen usw. Ist es etwas, was Du vor dem Kampf planst?
E: Bei mir kommt alles aus dem Bauch heraus. Jeder Kampf bei mir ist anders, es kommt auf den Gegner an. Ich kann nicht sagen, dass ich bestimmte Sachen plane, es sind eher unterbewusste Entscheidungen. Auf der einen Seite ist es gut, auf der anderen Seite eher schlecht. Man muss schon ein Gerüst haben, damit man den Kampf auch planen kann. Dadurch kann man auch leichter Siege erringen. Ich mache es mir eher schwer, dadurch aber auch spektakulärer.

Z: Für Dich ist es also schwerer einen Kampf zu planen, z.B. wenn man kurz vor Schluss eines Kampfes führt, passiv zu bleiben, nicht mehr anzugreifen?
E: Ja, aus Fehlern lernt man. Beispielsweise bei der Qualifikation zur Olympiade auf Weltebene (Paris) habe ich geführt und in letzter Sekunde noch einen Kopftreffer kassiert, wodurch ich dann verloren habe. Solche Sachen kann man nur durch Erfahrung vermeiden. Ich denke, wenn man bei so einem Turnier so einen Fehler gemacht hat, dann macht man es nie wieder.

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WM 2003: Taktische Anweisungen in der Kampfpause vom Bundestrainer

Z: Kannst Du sagen, dass dein Kampfstil in einer gewissen Weise deine Persönlichkeit widerspiegelt? Kann man dadurch Schlüsse über deinen Charakter ziehen?
E: Ja, dass kann man schon so sagen – es ist Ausdruck meiner Persönlichkeit. Ich weiß aber nicht was die Menschen von mir halten, wenn sie mich kämpfen sehen und z.B. meine Armbewegungen sehen. Diese mache ich übrigens nicht mehr. Aber ich kann nicht sagen, dass ich einen besonderen Kampfstil habe. Es kommt eben alles aus dem Bauch heraus.

Z: Hast Du Lieblingstechniken?
E: Ja, den Pandae-Dolyo-Chagi (Fersendrehtritt) – insbesondere wenn ich damit treffe.

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WM 2003: Erdal punktet mit Dyt-Chagi gegen China

Z: Eine Frage zur letzten Weltmeisterschaft 2004 in Madrid. Sie ist jetzt nicht so gut für Dich verlaufen. Wie hast Du es verarbeitet, woran hat es gelegen?
E: Vom Kopf her hat bei mir nichts gestimmt. Ich habe mit 2:1 geführt und dann kam plötzlich ein Leistungsabfall, so eine Art Blackout. Ich hatte so etwas noch nie erlebt und es ist auch sehr schwer zu sagen, warum es dazu kam.

Z: Dein Gegner hieß dieses Mal wieder Mark Lopez (aus USA, der spätere Weltmeister), genau so wie vor zwei Jahren im Halbfinale der WM 2003 in Garmisch-Partenkirchen. Ist er jetzt dein „Lieblingsgegner“?
E: Ja, auf jeden Fall. Er steht auf der Liste als Nummer Eins.

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WM 2003: Einer der vielen Kopftreffer gegen den französischen Kämpfer

Z: Gibt es noch einen Gegner, gegen den Du besonders gerne kämpfen möchtest oder gerne kämpfst?
E: Ja, ich möchte besonders gerne gegen den Iraner Hadi kämpfen. Gegen ihn habe ich noch nie gekämpft. Dafür müsste ich eine Gewichtsklasse höher starten bis 72 kg, da er dort kämpft.

Z: Was sind Deine nächsten Ziele?
E: Erstmal mein Studium – ich möchte noch in diesem Jahr mein Vordiplom bestehen. Dann nächstes Jahr die EM in Düsseldorf. Natürlich auch die Olympiade 2008 in Peking. Vielleicht wird es meine letzte Olympiade sein. Ich werde dann 26 Jahre alt sein – eigentlich das beste Alter…

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WM 2003: Der Franzose kann sich gegen
den Druck von Erdal nur noch beugen…

Z: Was studierst Du?
E: Ich studiere Mechatronik an der Fachhochschule Bochum. Das ist eine Mischung aus Maschinenbau, Elektrotechnik und Informatik. So zu sagen alles in einem Studiengang integriert.

Z: Beschäftigt man sich dort mit der Erstellung von kybernetischen Mechanismen?
E: Ja, das auch. Man kann sich anschließend in verschiedene Richtungen spezialisieren, z.B. Produktion, Systemtechnik, Automobilindustrie oder auch Forschung.

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WM 2003: …und verliert seinen Kopfschutz
nach zahlreichen Treffern

Z: Hast Du schon eine Richtung ausgewählt?
E: Ich muss mich noch nicht entscheiden, aber ich denke Mal die Produktion wird es werden. Aber da kann man sich noch weiter spezialisieren.

Z: Ein Paar Worte zur Bundesliga. Das ist jetzt eine neue Wettkampfform. Was hältst Du davon?
E: Die Bundesliga ist schon eine schöne Geschichte. Sie steht noch am Anfang, aber ich denke, dass sie in der Zukunft noch mehr von Sportlern, aber auch von Zuschauern angesehen wird. Ich bin der Überzeugung, dass Taekwondo mit der Zeit noch populärer wird und aus dem Schattendasein einer Randsportart heraustritt.

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WM 2003: Ein furioses Halbfinale gegen den US-Amerikaner Lopez
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WM 2003: Erdal punktet mit einem seiner
gefürchteten Kopftreffer gegen Lopez…

Z: Was muss man deiner Meinung nach tun, um das Ansehen der Bundesliga bei den Sportlern zu steigern?
E: Man sollte die Sportler mehr reizen. Beispielsweise könnte man für die Kämpfe Ranglistenpunkte vergeben. Auch ein guter Punkt wäre, so eine Art Grundförderung für die Sportler, die in der Bundesliga kämpfen, zu gewähren. Den Aufbau der Bundesligabegegnungen finde ich an sich gut gelungen. Und dass man nur einen Kampf absolvieren muss, ist meinerseits auch ein Vorteil – denn man kann und muss in diesen Kampf alles geben. Und so wird es auch für die Zuschauer interessanter. Bei einem großen Turnier mit 5 - 6 Kämpfen an einem Tag ist man gezwungen, die Kräfte zu dosieren – so werden manche Kämpfe uninteressant für die Zuschauer.

Z: Erdal vielen Dank für das Interview und weiterhin viel Erfolg!

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WM 2003: Erdal bei der Siegerehrung: Verdiente
Bronzemedaille für Deutschland
 
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