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27.02.2005
 
Interview mit der belgischen Olympionikin Laurence Rase (Teil 2)
> Laurence Rase   > zum Teil 1

Laurence Rase

Z: Bei den Olympischen Spielen hast Du dann leider keine Medaille geholt. Danach war es wahrscheinlich eine harte Zeit für dich. Wie bist Du mit dieser Situation fertig geworden? Was hat Dir geholfen?

L: Jeder möchte eine Medaille bei den Olympischen Spielen gewinnen, aber nur drei Kämpferinnen können es. Also gibt es drei glückliche und 13 unglückliche Athletinnen danach. Zuerst fängst Du natürlich an nachzudenken, dass es das Ende ist und Du deine Chance nicht genutzt hast und deswegen sterben wirst ;-). Aber nach und nach rappelst Du dich wieder auf und änderst deine Sicht – schließlich warst Du dabei und hast sehr gut gekämpft. Also das Leben geht weiter. Schließlich habe ich die Kraft gefunden meinen Kampf auf Video anzuschauen. Dafür habe ich 2 Monate benötigt. Ich habe dann festgestellt, dass ich gut gekämpft habe und vielleicht ein paar Punkte mehr hätte bekommen müssen. Aber meine Gegnerin war auch sehr gut und hatte mehr Glück an dem Tag. Das war nun vorbei und ich schaue jetzt wieder nach vorne und bin zuversichtlich. Dafür habe ich, wie gesagt, einige Zeit gebraucht.

Z: Brauchtest Du Unterstützung von deinen Eltern, Freunden in dieser Zeit?

L: Nein, ich wollte damals allein sein und niemanden sehen. So habe ich meine Eltern, Freunde und Verwandte drei Monate nicht besucht und nur über mich selbst und mein Leben nachgedacht. Ich musste allein sein. Jetzt freue ich mich, dass ich dabei war und gut gekämpft habe. Es gibt ja nicht so viele Leute auf der Welt, die dabei gewesen sind. Meine Gegnerin war damals ein bisschen besser, aber es ist vorbei.

Z: Wie hast Du den Druck vor den Olympischen Spielen bewältigt? Denn jeder hat etwas von Dir erwartet, jeder wollte mit Dir sprechen, usw.

L: Ja, das war nicht einfach. Aber ein guter Psychologe hat mir geholfen zu differenzieren. Das Problem war, dass alle plötzlich wussten, dass es in Belgien Taekwondo gibt. Ich war überall zu sehen. Die Leute erkannten mich plötzlich auf der Straße und fragten nach. Journalisten wollten Interviews haben. Ich musste also lernen zwischen Taekwondo und allen „Extras“ zu unterscheiden. Beispielsweise hatte ich für Interviews einen Tag festgelegt und wenn der Reporter an dem Tag nicht konnte, dann war es sein Pech. Ich musste ja trainieren und mich auf die Spiele vorbereiten.

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Während des Sparrings mit Mokdad Ounis (OTC Bonn).

Z: Wie schaffst Du es Taekwondo mit dem Studium zu kombinieren?

L: Ich hatte nie die Wahl. Meine Eltern haben mir immer gesagt – Du musst in deinem Studium Erfolg haben, ansonsten musst Du mit dem Taekwondo aufhören. Also musste ich es irgendwie managen. Nun bin ich älter, lebe alleine und trage selbst die Verantwortung für mich. Aber ich habe immer noch die Motivation und bin dabei mein zweites Diplom zu abzuschließen. Das Studium ist sehr wichtig, denn Du weißt nie was passiert und außerdem möchte ich auch nach der Sportkarriere aktiv bleiben. Also braucht man gewisse Qualitäten um Studium und Sport zu vereinbaren. Ich möchte dem Sport verbunden bleiben und denke, dass ich die Kenntnisse, die ich während meines Studiums erworben habe sinnvoll einbringen kann. Aber mein Studium hat mir auch im Taekwondo geholfen und umgekehrt. Denn wenn man beides kombinieren möchte, muss man lernen sich zu organisieren und alles einzuteilen. Und wenn man gelernt hat das Studium zu organisieren, dann fällt auch die Organisation des Trainings leichter. Man hat auch Zeiten, in denen man nur Taekwondo macht und es gibt Zeiten, in denen man nur studiert. Es ist die Abwechslung – nach einem harten Tag des Studiums, kann man besonders gut trainieren. Man ruht sich im gewissen Sinne sogar (mental) aus.

Z: Du bist auch ein bisschen idealistisch in diesem Sinne?

L: Ja, natürlich. Ich akzeptiere, dass meine Zeit als aktive Taekwondo-Kämpferin irgendwann zu Ende sein wird. Ich möchte danach aber diesem Sport weiterhin verbunden bleiben, denn es ist meine Welt und ich liebe sie. Ich mag Leute mit denen ich im Taekwondo zu tun habe und deswegen möchte ich auch diesem Sport etwas geben und Manches weiter verbessern.

Z: Wärst Du gerne eine Taekwondo-Trainerin?

L: Ich und Taekwondo-Trainerin? Na ja, eine Taekwondo-Trainerin zu sein ist nicht schwer, eine gute Taekwondo-Trainerin zu sein ist aber eine andere Sache. Man kann eine gute Kämpferin sein, aber um eine gute Trainerin zu sein braucht man etwas mehr. Man muss etwas in sich selbst haben, das einem erlaubt den anderen etwas zu geben. Man muss die Fähigkeit besitzen Anderen etwas beizubringen. Ich glaube, ich könnte dies tun, aber ich bin mir nicht sicher, denn ich habe bis jetzt nicht die Möglichkeit gehabt es herauszufinden. Im Moment denke ich eher in Richtung eines „Technischen Direktors“, so etwas in dieser Art. Ich weiß es noch nicht sicher, aber ich möchte eine Alternative haben, wenn ich mit dem Kämpfen aufhöre.

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Laurence in Aktion...

Z: „Technischer Direktor“ bedeutet eher in der Nähe der Kampffläche zu sein?

L: Ja, das möchte ich. Taekwondo braucht einige Veränderungen. Die Leute verstehen Taekwondo oft nicht. Die Vergabe von Punkten ist oft unklar, selbst für mich des Öfteren (lacht) . Es muss alles plausibler werden. Man muss auch wieder zurück zu vier Schiedsrichtern. Auch die Nominierung von Schiedsrichtern bei Olympischen Spielen muss geändert werden. Es wurden teilweise Referees aus Ländern wie Indien eingesetzt, die nicht die nötige praktische Erfahrung mitbringen und sehr gute Leute mussten zu Hause bleiben. Die Gründe dafür liegen in der Sportpolitik – wir müssen aber Taekwondo den Leuten näher bringen.

Z: Als aktive und erfolgreiche Taekwondo-Kämpferin reist Du viel. Gefällt es Dir?

L: Ja, es ist ein schöner Teil des Taekwondo-Lebens. Die Möglichkeit viele Länder zu sehen und unterschiedliche Leute bzw. Kulturen kennen zu lernen. Man hat zwar nicht wirklich viel Freizeit während den Reisen, denn normalerweise kommt man um zu kämpfen, aber es ist trotzdem ein guter Teil dieses Lebens.

Z: Sind es immer wieder die gleichen Länder die Du bereist?

L: Nicht immer, aber mittlerweile habe ich die Länder in die ich besonders gerne reise. Beispielsweise trainiere ich sehr gerne in Holland und nicht so gerne in Korea.

Z: Was kannst Du zur Taktik im Taekwondo sagen?

L: Sie spielt schon eine Rolle, aber sie ist meiner Meinung nach nicht das Wichtigste. Ich studiere meine Videos und die Videos von meinen Gegnerinnen, aber manchmal musst Du einfach rausgehen und kämpfen ohne viel über einen bestimmten Tritt nachzudenken. Ab und zu ist es natürlich ratsam, sich auf einige Tritte besonders zu konzentrieren, aber ich persönlich denke eher weniger über die Taktik während des Kampfes nach. Der Coach kann viel dazu während der Wettkampfpausen beitragen.

Z: Die üblichen Taekwondo-Turniere sind sehr anstrengend: von 8 Uhr morgens bis 20 Uhr abends. Jetzt gibt es auch die Bundesliga. Was kannst Du dazu sagen?

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Erdal Aylanc (l.) vs. Laurence Rase (r.) beim Training im OTC Bonn

L: Eine neue Möglichkeit auf einem guten Level zu kämpfen heiße ich grundsätzlich willkommen. Aber noch wichtiger ist für mich die Möglichkeit, in einem Team zu arbeiten, das eine professionelle Einstellung hat. Denn ich betreibe Taekwondo professionell und wenn ich trainiere, dann ist es meine Arbeit. Folglich möchte ich auch, dass die Leute um mich herum auch die entsprechende Einstellung besitzen. Im TeamKWON finde ich genau diese Bedingungen vor. Ich mag die Leute im Team und ihre Einstellung gibt mir zusätzliche Motivation. Ich spüre diesen Mannschaftsgeist im Team und das ist toll.

Z: Was ist für Dich noch besonders wichtig im Taekwondo?

L: Spaß zu haben. Das Training und das Kämpfen müssen Spaß machen. Denn wenn es keinen Spaß macht, dann sollte man aufhören. Es sollte nicht zur Routine werden. Man muss variieren, wenn es Mal anfängt wie Routine zu erscheinen.

Z: Stell Dir vor, Du bist in einem sehr harten Kampf. Kannst Du dir vorstellen deine Gegnerin in diesem Moment anzulächeln?

L: Ja, die mentale Seite ist äußerst wichtig in einem Taekwondokampf. Ab und zu kann ich in den Augen meiner Gegnerin erkennen, ob ich gewinnen werde, sogar schon vor dem Kampf. Es ist sehr oft der Kampf zweier Geister. Ich finde es ist sehr wichtig eine gute Schauspielerin zu sein – man muss immer im Kampf überzeugend auftreten und selbstsicher wirken, sogar wenn man sich nicht optimal fühlt oder schlecht kämpft. Den Schiedsrichtern und Zuschauern , die dich nicht kennen darfst Du es nicht zeigen. Hast Du einen Punkt gemacht so musst Du es zeigen. Diese Selbstsicherheit macht auch den Gegner schwächer.

Z: Vielen Dank für das Gespräch!

Anmerkung: Das Interview wurde auf Englisch geführt und anschließend ins Deutsche übersetzt.

 
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